2 November 2021

Ein Jahr nach Anschlag in Wien: OpferanwÀlte kritisieren den Staat

Zum Jahrestag der tödliche Terrorattacke in Wien haben OpferanwĂ€lte vom Staat Österreich Entschuldigungen und das EingestĂ€ndnis von Ermittlungspannen gefordert. „Wir sehen eindeutige Verfehlungen bei den Behörden“, sagte Anwalt Lukas Bittighofer der Deutschen Presse-Agentur. Er vertritt die Mutter einer damals 24-jĂ€hrigen deutschen Studentin, die am 2. November 2020 von einem IS-Sympathisanten erschossen wurde. Am Dienstag stand die österreichische Hauptstadt im Zeichen von Gedenkfeiern fĂŒr die insgesamt vier Todesopfer und die mehr als 20 Verletzten. Unter den Verwundeten waren drei deutsche MĂ€nner sowie eine deutsch-schweizerische DoppelstaatsbĂŒrgerin.

Der damals 20-jĂ€hrige TĂ€ter wurde von der Polizei getötet, wenige Minuten nachdem er das Feuer in einem belebten Ausgehviertel im Stadtzentrum eröffnet hatte. Der österreichisch-nordmazedonische DoppelstaatsbĂŒrger hatte bis Ende 2019 eine Haftstrafe verbĂŒsst, weil er versucht hatte, sich der Terrororganisation Islamischer Staat anzuschliessen. Eine Untersuchungskommission hat inzwischen Pannen im Vorfeld der Tat festgestellt. Den Ermittlern sei ein Treffen des spĂ€teren AttentĂ€ters mit anderen Islamisten sowie sein Versuch eines Munitionskaufs bekannt gewesen. Die Staatsanwaltschaft wurde jedoch nicht informiert.

Ende September richtete die Regierung einen EntschĂ€digungsfonds mit 2,2 Millionen Euro fĂŒr Terror-Opfer ein. Das reiche aber nicht, sagte Anwalt Karl Newole, der auch Deutsche Opfer vertritt. „Niemand hat gesagt: Es tut uns leid“. Die Regierung habe keine Empathie gezeigt.

Die Stadt Wien und die Staatsspitze organisierten zwei Gedenkfeiern. Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter gegen mindestens sieben mögliche Helfer des EinzeltÀters.

(text:sda/bild:unsplash)