14 Februar 2021

Druck auf Bundesrat zu Lockerung der Corona-Massnahmen steigt

Der Bundesrat steht anlässlich seiner Sitzung vom kommenden Mittwoch von allen Seiten unter Druck, angesichts sinkender Fallzahlen bei den Neuinfektionen die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zu lockern.

Allen voran die Kantone sprechen sich laut „SonntagsZeitung“ f√ľr Lockerungen aus. In erster Linie m√ľssten nun die Gesch√§fte f√ľr Waren des nicht t√§glichen Bedarfs wieder ge√∂ffnet werden, sagte der Walliser Regierungspr√§sident Christoph Darbellay.

Andere Kantone wollen noch einen Schritt weitergehen. So verlangt der Genfer Gesundheitsdirektor Mauro Poggia laut „SonntagsBlick“, dass auch Fitness- und Sportanlagen sowie Schwimmb√§der wieder ge√∂ffnet sowie kleinere kulturelle Veranstaltungen wieder zugelassen werden, wenn die Hygiene-Vorschriften gut eingehalten werden k√∂nnen.

Die Freiburger Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre will gestaffelte Lockerungen zuerst bei den Gesch√§ften, Museen und im Sport. Dar√ľber hinaus setzt sie sich f√ľr eine schrittweise √Ėffnung der Restaurants ein, wie die „SonntagsZeitung“ weiter schreibt.

„In der Bev√∂lkerung ist eine Erm√ľdung sp√ľrbar, und viele Branchen leiden unter dem Lockdown“, sagte der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister. Und Demierre zeigte sich √ľberzeugt: „Wir m√ľssen der Bev√∂lkerung Perspektiven geben.“

Die Wirtschaft m√∂chte laut „NZZ am Sonntag“ in vier Schritten zur√ľck zur Normalit√§t. Economiesuisse und der Arbeitgeberverband haben dem Bundesrat diese Woche eine Exit-Strategie vorgelegt. Sie fordern erste Lockerungen ab dem 1. M√§rz. Dann sollten alle L√§den wieder ge√∂ffnet werden. Die Regel von f√ľnf Personen f√ľr Versammlungen sollte gelockert und die Pflicht zum Home Office aufgehoben werden.

Weitere Lockerungen will die Wirtschaft vom Fortschritt der Impfkampagne abh√§ngig machen – und von der Impfbereitschaft. Sobald genug Impfstoff f√ľr alle vorhanden sei, sollten auch Grossevents wie Konzerte, Partys oder Sportanl√§sse wieder m√∂glich sein, allerdings nur f√ľr geimpfte Personen.

Der Branchenverband Gastrosuisse hat laut „SonntagsBlick“ seinerseits einen Plan erarbeitet und dem Bundesrat pr√§sentiert. Sofern die Schutzkonzepte eingehalten w√ľrden, sollten die Restaurants in einer ersten Phase unter strengen Auflagen bereits ab 1. M√§rz ihre T√ľren wieder √∂ffnen.

Das bedeute eine Maskenpflicht bis zum Platz, keine Stehpl√§tze und eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr. Diese Auflagen w√ľrden dann schrittweise gelockert, je nach Entwicklung der Pandemie und der Situation in den Spit√§lern.

Laut SVP-Parteipr√§sident Marco Chiesa braucht die Bev√∂lkerung ein Konzept, das Schritt f√ľr Schritt aufzeige, unter welchen Bedingungen welche Massnahmen aufgehoben werden k√∂nnten. Jene L√§den, in denen der Abstand gew√§hrleistet werden k√∂nne, sollten √∂ffnen d√ľrfen, zitiert der „SonntagsBlick“ den Tessiner St√§nderat.