1 Februar 2021

Reform der beruflichen Vorsorge auf gutem Weg

Der Schweizerische Versicherungsverband SVV begr√ľsst das Vorliegen eines bundesr√§tlichen Reformvorschlags, der wichtige Elemente zur schrittweisen Stabilisierung der zweiten S√§ule enth√§lt. Er unterst√ľtzt das Kernst√ľck der Reform, die Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes auf 6,0 Prozent in einem Schritt.

Neben der Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes auf 6,0 Prozent in einem Schritt schl√§gt der Bundesrat in seinem Reformvorschlag f√ľr die berufliche Vorsorge auch die Einf√ľhrung einer Rentenumwandlungsgarantiepr√§mie vor. Der Schweizerische Versicherungsverband SVV beurteilt auch diese Massnahme als zwingend, weil sie zur Finanzierung der weiterhin anfallenden Verrentungsverluste ben√∂tigt wird. Beide Massnahmen bef√ľrwortet der SVV dementsprechend in der vorgeschlagenen Form vorbehaltlos.

Die Vorschl√§ge des Bundesrates zur Reduktion des Koordinationsabzuges und die neuen Ans√§tze f√ľr die Altersgutschriften zielen richtigerweise darauf ab, das Leistungsniveau der beruflichen Vorsorge bei voller Beitragsdauer trotz Senkung des Umwandlungssatzes zu erhalten. Der SVV begr√ľsst entsprechende Massnahmen ausdr√ľcklich, weil sie gleichzeitig die Altersvorsorge von Frauen, Teilzeitarbeitenden und Angestellten in Tieflohnbranchen st√§rken. Die Ausgestaltung der beiden Massnahmen ist jedoch zu optimieren. Eine Senkung des Koordinationsabzugs auf 50 bis 60 Prozent des AHV-Lohns (max. CHF 21’330; Stand 2020), wie sie der SVV vorschl√§gt, sollte zur Erhaltung des Rentenniveaus reichen. Der SVV unterst√ľtzt im Weiteren die flachere Staffelung der altersabh√§ngigen Gutschriften, weil damit die Arbeitsmarktf√§higkeit der √§lteren Jahrg√§nge gest√§rkt wird. So spricht er sich f√ľr eine Altersgutschrift von 14 Prozent ab dem 45. Altersjahr aus. Weiter begr√ľsst der Branchenverband der Privatversicherer einen Sparbeginn ab dem 20. Altersjahr.

Hingegen lehnt der SVV den vom Bundesrat vorgeschlagenen Rentenzuschlag nach dem Giesskannenprinzip und einen zeitlich unbefristeten Lohnbeitrag ab. N√∂tig ist eine gezielte und bedarfsgerechte Kompensation innerhalb der zweiten S√§ule f√ľr eine von der Senkung des Mindestumwandlungssatzes besonders betroffene √úbergangsgeneration. Niemand soll in Erg√§nzungsleistungen gedr√§ngt werden. Dies will der SVV ebenso verhindern wie Leistungen nach dem Giesskannenprinzip. Die Kompensationsleistung zugunsten der √úbergangsgeneration innerhalb der zweiten S√§ule soll in der Dauer befristet sein und nach Ablauf dieser Frist automatisch wegfallen. Die Massnahmen m√ľssen auf den Prinzipien des BVG basieren; eine Vermischung mit der AHV und eine dauerhafte Umlage gilt es zu verhindern. Die Finanzierung der Kompensation zugunsten der √úbergangsgeneration soll √ľber eine systemkonforme und zentrale Finanzierungsl√∂sung innerhalb des BVG erfolgen – und zwar nach dem Rentenwertumlageverfahren. Dabei wird mittels Einmaleinlage bei den Anspruchsberechtigten die Pensionskassengrundrente um die Kompensationsleistung erh√∂ht. Dieses Vorgehen ist sozialvertr√§glich, insbesondere auch f√ľr einkommensschw√§chere Arbeitnehmende und ertragsschw√§chere KMU-Branchen und ihre Arbeitgeber. Eine dezentrale Finanzierung innerhalb des BVG wird abgelehnt.

Pressekontakt:

Lisa Schaller, +41 44 208 28 56, mailto:lisa.schaller@svv.ch

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(SDA-ATS-OTS Ada100864406)

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