7 Juli 2021

Die Italiener jubeln nach dem Penalty-Krimi

Italiens EM-M├Ąrchen geht weiter. Die Squadra Azzurra sichert sich das Ticket f├╝r den EM-Final gegen Spanien mit 4:3 im Penaltyschiessen. Zum tragischen Helden avanciert Alvaro Morata.

Es waren Bilder die ber├╝hrten, als der Mittelfeld-Routinier Thiago Alcantara nach Spaniens Halbfinal-Einzug im Penaltyschiessen gegen die Schweiz den Fehlsch├╝tzen Ruben Vargas in die Arme schloss und tr├Âstete. Auch am sp├Ąten Dienstagabend trat Thiago wieder als gute Seele in Aktion, nur handelte es sich diesmal bei den Untr├Âstlichen, denen er Mut zusprach um seine Teamkollegen, allen voran um Dani Olmo und Gerard Moreno und Alvaro Morata, die vom Penaltypunkt aus ges├╝ndigt hatten. Und Italien so eine weitere „notta magica“ bescherten. Das Team von Roberto Mancini steht kommenden Sonntag im EM-Final.

Dem in der regul├Ąren Spielzeit gezeigten, entspricht der Final-Einzug nicht unbedingt. Nach einer Stunde Spielzeit war eingetreten, was man auf italienischer Seite gehofft hatte, aber nicht hatte erwarten k├Ânnen. Gianluigi Donnarumma hielt einen spanischen Abschluss nicht nur fest, er lancierte umgehend den Gegenstoss, der via Lorenzo Insigne zum 1:0 durch Federico Chiesa f├╝hrte. Der als Erg├Ąnzungsspieler ins Turnier gestartete 23-j├Ąhrige Angreifer von Juventus Turin drehte den Ball von 14 Metern mit viel ├ťbersicht in die weite Torecke. Spanien stand zum wiederholten Mal an diesem Turnier mit dem R├╝cken zur Wand.

Doch die Mannschaft von Luis Enrique belegte wie schon nach dem schwachen Turnierstart oder dem 0:1 gegen Kroatien im Achtelfinal, dass sie trotz Jungendlichkeit mit Druck umzugehen weiss. Die Spanier erh├Âhten den Druck, bis einer dieser stilpr├Ągenden Doppelp├Ąsse der „Furia Roja“ die italienische Abwehr Matt setzte und der als Joker eingesetzte Morata den Ausgleich erzielte. Der 28-J├Ąhrige hatte sich zehn Minuten vor dem Ende dem regul├Ąren Spielende ins Mittelfeld fallen lassen, ehe er nach Doppelpass mit Dani Olmo, der bis zum Penaltyschiessen eine eindr├╝ckliche Leistung gezeigt hatte, im italienischen Strafraum seine Qualit├Ąten als Torsch├╝tze f├╝r einmal unter Beweis stellte.

Fr├╝h hatte sich im Wembley angedeutet, dass sich Roberto Mancini mit Italien nicht auf das bisher an diesem Turnier bew├Ąhrte Rezept w├╝rde verlassen k├Ânnen. Im Kampf um den Ballbesitz kam selbst diese spielfreudige Squadra Azzurra den Spaniern nicht bei. ├ťber 60 Prozent hielten Luis Enriques Spanier in den 90 regul├Ąren Minuten den Ball in den eigenen Reihen – gegen einen Gegner, der im Vorfeld angek├╝ndigt hatte, sich ebenfalls um die Ballhoheit zu bem├╝hen. So kam es, dass die Italiener statt auf Ballstafetten auf schnelles Vertikalspiel nach Ballgewinn setzten. Gef├Ąhrlich waren die Italiener darum vor allem, wenn sie einen spanischen Angriff in seiner Entstehung abgefangen konnten.

F├╝r Mancinis Team bestand die Aufgabe am Dienstag in erster Linie, dem spielerisch dominant auftretenden Gegner nicht zu viele Chancen zuzugestehen. Es kann auch dies und geht nach der erneut starken Leistung als Titelfavorit ins Endspiel, auch wenn der Gegner im Wembley Gastgeber England sein sollte. Die Spanier konnten sich derweil f├╝r eine ihrer besten Turnierleistungen nicht belohnen. Der Ausgang des Spiels wird f├╝r weitere Kritik an Trainer Enrique in der Heimat sorgen. Die Experten hatten prognostiziert, dass sein Festhalten an Morata keine gute Idee sein w├╝rde. Nun erhielten sie im Penaltyschiessen recht.

(text:sda/bild:sda)