3 Februar 2021

Deklaration von Lebensmittel fehlerhaft

Nahrungsmittelallergien gegen Milch und Erdn├╝sse stellen f├╝r die Betroffenen,┬á insbesondere f├╝r Kinder, ein akutes Gesundheitsrisiko dar. Das nicht deklarierte Vorhandensein dieser beiden Zutaten macht einen bedeutenden Anteil der ├Âffentlichen Warnungen und R├╝cknahmen von vorverpackten Lebensmitteln in Europa aus. Der Verband der Kantonschemiker der Schweiz (VKCS) hat deshalb beschlossen, im Jahr 2020 eine nationale Kontrollkampagne zu diesen beiden Lebensmittelallergenen durchzuf├╝hren.

In der ganzen Schweiz und Liechstentein wurden 492 vorverpackte Lebensmittel, darunter verarbeitete Getreideprodukte, Backwaren, S├╝sswaren, milchfreie Desserts, Snacks und Fertiggerichte, von den Kantonalen Laboratorien der Kantone Aargau, Basel-Stadt, Bern, Genf, Zug und Z├╝rich im Rahmen einer korrdinierte Kampagne gesammelt und analysiert. Von den 492 entnommenen Proben entsprachen 5 nicht der geltenden Vorgaben hinsichtlich der Deklarationspflicht von Milchbestandteilen. Der erste Fall betraf schokolade├╝berzogene Reiskuchen. Der ├ťberzug wurde aus Milchschokolade und nicht aus dunkler Schokolade hergestellt. So wurde ein hoher Milchproteingehalt im Produkt gefunden (5 g/kg). Der Artikel wurde vom Markt genommen und war Gegenstand einer ├Âffentlichen Warnung durch das Bundesamt f├╝r Lebensmittelsicherheit und Veterin├Ąrwesen (BLV). Die 4 anderen Lebensmittel, die wegen nicht deklarierten Milchbestandteilen
beanstandet werden mussten, stammten von kleineren Unternehmen. Es handelte sich um Haselnussstangen (12 g Milch pro kg), Paniermehl (4,4 g Milch pro kg), Haselnusscremeaufstrich (7,7 g Milcheiwei├č pro kg) und eine asiatische S├╝├čware (8 g Milch pro kg). Auch sie wurden aus dem Verkauf genommen. Die betroffenen Unternehmen wurden angewiesen, Korrekturma├čnahmen zu ergreifen, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse zu vermeiden.

Angesichts der schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen f├╝r eine hochgradig allergische Person ist die Vermarktung ungen├╝gend gekennzeichneter Produkte auch nicht akzeptabel. Unter Ber├╝cksichtigung der zahlreichen R├╝ckrufaktionen und ├Âffentlichen Warnungen im Zusammenhang mit dem Vorhandensein nicht deklarierter Allergene weist die Selbstkontrolle insbesondere kleinerer Unternehmen noch M├Ąngel auf und muss verbessert werden. Butter oder zusammengesetzte Zutaten wie Milchschokolade, die in der Schweiz weit verbreitet sind, verdienen diesbez├╝glich besondere Aufmerksamkeit. (MM Kanton)