8 Juni 2021

Andrang auf Impftermine nimmt ab

Die Covid-19-Pandemie ist in der Schweiz auf dem RĂŒckzug. Darin sind sich das Bundesamt fĂŒr Gesundheit (BAG) und die Covid-19-Task-Force des Bundes einig. Beigetragen hat dazu demnach die kontinuierliche Lieferung und Verabreichung von Impfstoffen, so dass bis Dienstag ĂŒber zwei Millionen Menschen vollstĂ€ndig geimpft waren. Allein in der laufenden Woche treffen 600’000 Covid-19-Impfdosen ein, wie Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle im BAG, am Dienstag vor den Medien in Bern sagte. Und mit den am Dienstag gemeldeten 429 FĂ€llen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus liege dieser Wert seit Freitag unter 500. Auch die Zahl der TodesfĂ€lle sei tief. Die Fallzahlen seien in allen Altersgruppen rĂŒcklĂ€ufig. Und auch in den NachbarlĂ€ndern zeige sich der Trend Ă€hnlich. Grossbritannien hingegen sehe sich mit einem Anstieg konfrontiert. Um die Auswirkungen der Lockerungen zu beurteilen, sei es noch zu frĂŒh, sagte Masserey weiter. 40 Prozent der Bevölkerung hĂ€tten indessen bereits die erste Impfdosis erhalten, bei den Erwachsenen sogar 50 Prozent. VollstĂ€ndig geimpft, also zwei Mal, sind demnach 24 Prozent der Bevölkerung. Es sei wichtig, dass die Impfbereitschaft konstant und die Impfgeschwindigkeit hoch blieben, um einen starken Schutz auch gegen die Varianten des Virus zu erreichen, sagte Masserey. Sie warnte, das Covid-19-Zertifikat sei kein Freipass fĂŒr Reisen. Es gelte nach wie vor, sich ĂŒber die Regelungen im Zielland zu informieren. Der RĂŒckgang der Pandemie liess sich am Dienstag deutlich an den Zahlen ablesen: Neben den 429 neuen Coronavirus-Ansteckungen wurden dem Bundesamt fĂŒr Gesundheit am Dienstag innerhalb von 24 Stunden 31 Spitaleinweisungen und vier neue TodesfĂ€lle gemeldet. Auf 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner gerechnet waren das in den vergangenen zwei Wochen 96,99 laborbestĂ€tigte Coronavirus-Infektionen. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag am 28. Mai bei 0,75. Insgesamt wurden bis Mittwochabend 5’884’950 Impfdosen an die Kantone und das FĂŒrstentum Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 5’491’240 Dosen verabreicht. 2’066’994 Personen sind vollstĂ€ndig, also zwei Mal, geimpft.

Unterdessen beobachtet die Berner KantonsĂ€rztin ein Nachlassen der Impfbereitschaft. Es sei eine gewisse „SĂ€ttigung“ eingetreten, das zeige sich daran, dass Impftermine lĂ€ngere Zeit offenbleiben, sagte Linda Nartey, ausserdem VizeprĂ€sidentin der Vereinigung der KantonsĂ€rztinnen und KantonsĂ€rzte (VKS), vor den Medien in Bern. Diese „SĂ€ttigung“ sei besonders zu beobachten bei der Impfgruppe der 16- und 17-JĂ€hrigen. Laut Hartley wurden bis Dienstagvormittag 249 Zertifikate fĂŒr geimpfte, 14 fĂŒr genesene und 2 fĂŒr Coronavirus-negativ getestete Personen ausgestellt. FĂŒr die Kantone sei die Ausstellung der Zertifikate eine Herausforderung und der Fahrplan ambitioniert. Aber es sei klar, dass die Zertifikate Ende Juni bereit gestellt sein mĂŒssten. Bern ist Pilot-Kanton des Bundes fĂŒr Impfzertifikate. Bundesrat und Gesundheitsminister Alain Berset besuchte am Dienstag mit Solothurn einen der letzten Kantone auf seiner Tour durch die Schweiz. Das Impfen mĂŒsse so einfach wie möglich sein, betonte er dort. Eine sehr innovative Möglichkeit seien die Impf-Drive-ins, die der Kanton seit Anfang Juni als schweizweite Premiere betreibt. Wer sich in einem der Drive-ins in Grenchen, Zuchwil oder Lostorf impfen lassen will, muss dafĂŒr sein Auto nicht verlassen: Sowohl die FormalitĂ€ten und die Befragung als auch die Impfung selbst werden durch das Fenster des Fahrzeugs vorgenommen. Weiter bekrĂ€ftigte Berset in Solothurn den Plan des Gesamtbundesrates, diesen Freitag die Konsultation fĂŒr einen weiteren Öffnungsschritt zu starten. Dieser soll dann spĂ€testens Anfang Juli in Kraft treten. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Berset vor den Medien in Solothurn. Man mĂŒsse aber aufpassen, warnte er und sagte: „Wir sind noch nicht am Ende.“

(text:sda/bild:unsplash)