1 April 2021

Coop kauft Baumarktkette Jumbo

Paukenschlag im Schweizer Detailhandel: Coop ĂŒbernimmt die Baumarktkette Jumbo von der Manor-Besitzerin Maus FrĂšres, wie der Grossverteiler am GrĂŒndonnerstag bekannt gab.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Coop-Sprecherin Rebecca Veiga auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Man ĂŒbernehme 100 Prozent an Jumbo.

Das Filialnetz von Jumbo mit insgesamt 40 LĂ€den ergĂ€nze die Standorte der Coop-Gruppe ideal, hiess es im CommuniquĂ©. Dem Deal muss noch die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko zustimmen. Bis dahin sind laut der Coop-Sprecherin auch noch alle Fragen in Bezug auf die Detailplanung offen, wie beispielsweise, ob Coop das Personal von Jumbo vollstĂ€ndig ĂŒbernimmt.

Die bisherige Besitzerin Maus FrĂšres will sich aufs KerngeschĂ€ft konzentrieren, wie VerwaltungsratsprĂ€sident Didier Maus erklĂ€rte: “Es war uns sehr wichtig, fĂŒr die Mitarbeitenden von Jumbo eine neue, starke Arbeitgeberin mit einer langfristigen Vision zu finden, was bei Coop der Fall ist.”

Zum KerngeschĂ€ft gehöre die Warenhauskette Manor und die Premium-Marken wie etwa Lacoste oder Gant in der MF Brands Group. Der Verkauf stĂ€rke die finanziellen Möglichkeiten fĂŒr allfĂ€llige Übernahmen weiterer Premium-Marken. Manor selber hat sich im vergangenen Jahr einer Restrukturierung mit einem Stellenabbau unterzogen. Das GeschĂ€ft in den WarenhĂ€usern leidet unter der Coronapandemie.

Coop-Chef Joos Sutter zeigte sich ĂŒberzeugt, eine fĂŒr alle Seiten ideale Basis fĂŒr die Zukunft geschaffen zu haben: “Ich freue mich sehr, die neuen Mitarbeitenden in der Coop-Familie willkommen zu heissen.”

Die Baumarktbranche entwickle sich positiv, sagte Coop-Sprecherin Veiga: “Wir sehen in dieser Branche grosses Potential fĂŒr die Zukunft.”

Bei Jumbo mit seinen rund 1500 Angestellten laufe das GeschÀft gut, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Trotz des Corona-Lockdowns sei der Umsatz im vergangenen Jahr deutlich gestiegen auf rund 600 Millionen Franken.

Jumbo sei kein Sanierungsfall. Auch im laufenden Jahr 2021 sei man gut unterwegs. In der Pandemie kommen die Menschen zahlreich in die BaumĂ€rkte. Wie viele der 40 Jumbo-Filialen in direkter Konkurrenz zur Coop-Baumarktkette Bau+Hobby stĂŒnden, konnte der Sprecher nicht sagen.

Insgesamt liegt Jumbo hinter Coop Bau+Hobby, das 73 GeschÀfte in der Schweiz mit 1659 Vollzeitstellen hat. Der Umsatz von Bau+Hobby kletterte im vergangenen Jahr um 64 Millionen auf 694 Millionen Franken.

Konkurrentin Migros ihrerseits hat 41 Do it + Garden-GeschÀfte und 11 Obi-Standorte. Die UmsÀtze von Obi und Do it + Garden weist die Migros nicht einzeln aus. Alle FachmÀrkte der Migros, zu denen aber auch noch Micasa, SportXX und Melectronics gehören, haben letztes Jahr den Umsatz um 5,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken gesteigert.

Offen bleibt, ob Jumbo als Marke weiterbestehen oder mit Coop Bau+Hobby zusammengelegt wird. “Aufgrund des ausstehenden Weko-Entscheids sind derzeit noch keine konkreten Aussagen möglich”, sagte Coop-Sprecherin Veiga.

Vorbilder fĂŒr ein Weiterbestehen gibt es bereits bei der Coop-Gruppe selber: Nach der Übernahme des ElektrogerĂ€tehĂ€ndlers Fust wurde dieser neben der Coop-Tochter Interdiscount weitergefĂŒhrt.

(text:sda/bild:coop)