29 M├Ąrz 2021

Containerschiff „Ever Given“ im Suezkanal freigelegt

Das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff „Ever Given“ ist nach einer tagelangen Blockade freigelegt worden. Das 400 Meter lange Schiff sei am fr├╝hen Montagmorgen um 4.30 Uhr (Ortszeit) wieder in schwimmenden Zustand gebracht worden und werde gesichert, teilte der Dienstleister Inchcape Shipping mit. Das Schiffsradar Vesselfinder zeigte die „Ever Given“ kurz darauf als „unterwegs“ an. Es blieb zun├Ąchst aber unklar, wann die wichtige Wasserstrasse wieder zur Durchfahrt freigegeben werden kann.

Laut Kanalbeh├Ârde hatten zehn Schlepper aus vier Richtungen seit dem Morgengrauen versucht, das gewaltige Schiff zu bewegen. ├ägyptens Pr├Ąsident Abdel Fattah al-Sisi hatte bereits angeordnet, die teilweise Entladung von Containern vorzubereiten, falls die Versuche zur Freilegung weiterhin erfolglos bleiben sollten. Hilfs- und Bergungsteams hatten mit Schleppern und Baggern ├╝ber Tage versucht, das Schiff eines japanischen Eigent├╝mers zu befreien, das am Dienstag auf Grund gelaufen war.

Wann die „Ever Given“ ihre Fahrt in n├Ârdlicher Richtung auf dem Weg nach Rotterdam im Kanal fortsetzen kann, war nach der Erfolgsmeldung zun├Ąchst unklar. Laut Kanalbeh├Ârde warteten zuletzt rund 370 Schiffe auf beiden Seiten des Kanals auf Durchfahrt, darunter 25 ├ľltanker. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete am Montag von 450 wartenden Schiffen.

Nach der Erfolgsmeldung vom Montagmorgen kursierten im Internet Videos von erleichterten Crewmitgliedern der anderen Schiffe im Kanal. „Das Boot schwimmt“, sagt ein Mann an Bord eines Schiffs und streckt seinen Daumen nach oben. Auf einem der Videos ist immer wieder der Ausspruch „Alhamdulillah“ (Gott sei Dank) zu h├Âren.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit den k├╝rzeste Schifffahrtsweg zwischen Asien und Europa. 2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Beh├Ârde fast 19 000 Schiffe die Wasserstrasse. Durch die tagelange Blockade gingen dem Kanal t├Ąglich Einnahmen von rund 13 bis 14 Millionen Dollar verloren.

(text:sda/bild:pixabay)