12 Oktober 2021

China fordert Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan

China hat die Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan und internationale humanit├Ąre Unterst├╝tzung f├╝r das Land gefordert. Auf dem virtuellen G20-Sondergipfel zu Afghanistan sagte Chinas Aussenminister Wang Yi am Dienstag, die Gruppe der f├╝hrenden Industrienationen (G20) m├╝sse die Souver├Ąnit├Ąt, Unabh├Ąngigkeit und territoriale Integrit├Ąt des Landes respektieren.

Die G20 solle “das afghanische Volk ├╝ber sein Schicksal entscheiden lassen”, zitierte ihn das Staatsfernsehen aus den Beratungen der Staats- und Regierungschefs. Ein Land sollte seinen Entwicklungspfad selber w├Ąhlen. Ihm Ideologie und milit├Ąrische Intervention aufzuzwingen, um sich in innere Angelegenheiten einzumischen, f├╝hre nur zu st├Ąndigen Turbulenzen und schwerem humanit├Ąren Ungl├╝ck.

Die internationale Gemeinschaft solle “auf rationale und pragmatische Weise” mit Afghanistan umgehen. Dem Land m├╝sse geholfen werden, eine “inklusive politische Struktur” und eine vern├╝nftige Innen- und Aussenpolitik aufzubauen, sagte Wang Yi.

Die L├Âsung der Afghanistan-Frage sei, das Land zu unterst├╝tzen, einen friedlichen Wiederaufbau und eine gute wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu verwirklichen. Internationale Finanzinstitutionen sollten ihre Hilfe f├╝r Afghanistan ausweiten, um die Armut zu bek├Ąmpfen und Infrastruktur aufzubauen.

Das Land m├╝sse sich aber vom Terrorismus fernhalten, forderte Wang Yi. Er bezog sich damit offensichtlich auf die Sorge Chinas, dass die islamistischen Taliban m├Âglicherweise weiter terroristische Gruppen unterst├╝tzen k├Ânnten, die in der nordwestchinesischen Grenzregion Xinjiang f├╝r eine Unabh├Ąngigkeit eintreten.

Der Aussenminister hatte auf dem Sondergipfel den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping vertreten, der wie Russlands Pr├Ąsident Wladimir Putin den Beratungen unter dem Vorsitz der G20-Pr├Ąsidentschaft Italiens ferngeblieben war.

(text:sda/bild:unsplash)