23 Juni 2021

Bundesrat entscheidet ĂŒber Aufhebung der Maskenpflicht im Freien

Wie weiter mit der Maskenpflicht? Der Bundesrat entscheidet am Mittwoch ĂŒber den nĂ€chsten Öffnungsschritt, der auf den 28. Juni in Kraft treten soll. So soll etwa die Maskenpflicht im Freien weitgehend aufgehoben werden. Auch Clubs und Discos sollen öffnen dĂŒrfen.

Die Aufhebung der Maskenpflicht im Freien wie etwa in Aussenbereichen von Bahnhöfen, Haltestellen, öffentlich zugÀnglichen Einrichtungen und Freizeitbetrieben war in der Konsultation weitgehend unbestritten.

Dass die Maskentragpflicht in InnenrĂ€umen mit eingeschrĂ€nkten Abstandsmöglichkeiten noch bestehen bleibt, begrĂŒsste der Vorstand der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und Gesundheitsdirektoren (GDK). Heute seien noch immer nicht alle Personen zwei Mal geimpft, die dies möchten, hiess es.

Das Covid-Zertifikat soll nach dem Willen des Bundesrats ab Montag grossflÀchig als Eintrittspass zu Grossveranstaltungen, Clubs und Discos eingesetzt werden.

So schlĂ€gt der Bundesrat vor, dass mit dem Einsatz des Zertifikats fĂŒr Geimpfte, Getestete und Genesene in InnenrĂ€umen Veranstaltungen mit maximal 3000, im Freien mit maximal 5000 Personen erlaubt werden.

Auch wer in eine Disco oder einen Klub will, soll fĂŒr den Einlass das Covid-Zertifikat vorweisen mĂŒssen. Dagegen wehrt sich jedoch der Verein Schweizer Bar und Club Kommission (SBCK). Es mĂŒsse möglich sein, Tanzveranstaltungen mit Maskentragpflicht, eingeschrĂ€nkter KapazitĂ€t, Contact Tracing und sitzender Konsumation durchzufĂŒhren – auch ohne ein Covid-Zertifikat, argumentierte die Kommission.

Mehrere Kantone verlangten vom Bundesrat zudem, grundsĂ€tzlich einfachere Regeln zu definieren. Es bestehe die Gefahr, dass sich die Bevölkerung nicht an die vielen unterschiedlichen Regeln halte, weil sie schlicht zu unĂŒbersichtlich seien. Gleichzeitig wĂŒrden die Behörden Schwierigkeiten haben, die vielen Bestimmungen umzusetzen, befĂŒrchten etwa die Regierungen der Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau.

In Restaurants sollen nach dem Vorschlag des Bundesrats in InnenrĂ€umen sechs statt vier Personen an einem Tisch bewirtet werden dĂŒrfen. Auf Restaurantterrassen sollen die Masken- und die Sitzpflicht aufgehoben werden. Die Kontaktdaten der GĂ€ste sollen jedoch weiterhin registriert werden. FĂŒr den Branchenverband Gastrosuisse sind die Lockerungen fĂŒr die Restaurants „zu zögerlich“.

Zudem verlangen mehrere Kantone, dass die Homeoffice-Pflicht ohne Auflagen aufgehoben wird. Der Bundesrat verzichtete am 11. Juni auf eine solche Lockerung. Erst wenn alle Personen, die sich impfen lassen möchten, zwei Mal geimpft sind, solle die Homeoffice-Pflicht ganz aufgehoben werden, argumentierte der Bundesrat. FĂŒr Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden regelmĂ€ssig testen, gilt die Pflicht seit lĂ€ngerem nicht mehr.

Die Arbeitgeber seien in der Lage, mit den Arbeitnehmenden die nötigen Massnahmen fĂŒr einen verantwortungsvollen Umgang festzulegen, teilte etwa die St. Galler Regierung mit.

Gefordert wurde in der Konsultation auch ein baldiges Ende aller Massnahmen. Die Berner Kantonsregierung findet etwa, dass bis Ende September alle Corona-EinschrĂ€nkungen in der Schweiz aufgehoben werden sollten. Sie begrĂŒndet die Forderung unter anderem mit der Abstimmung zum Covid-19-Gesetz. Der „ĂŒberraschend hohe Nein-Anteil“ zeige, dass die Bevölkerung gegenĂŒber den Covid-19-Massnahmen „ziemlich kritisch eingestellt“ sei, teilte die Regierung mit.

Wie sich der Bundesrat definitiv entscheidet, wird er am Mittwochnachmittag bekannt geben.

(text:sda/bild:unsplash)