16 MĂ€rz 2021

BKW steigert den Betriebsgewinn und die Dividende

Der Berner Energiekonzern BKW hat im vergangenen Jahr dank ZukĂ€ufen weiter an Grösse gewonnen. Das Ergebnis begĂŒnstigt haben auch gestiegene Strompreise und ein Sondereffekt in der Netzsparte. Den AktionĂ€ren will die BKW nun mehr Geld als Dividende bezahlen.

Die Gesamtleistung beziehungsweise der Umsatz der BKW-Gruppe nahm im Jahr 2020 um 9 Prozent auf 3,13 Milliarden Franken zu, wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst. Analysten hatten mit einem Anstieg auf 3,12 Milliarden gerechnet.

Das Betriebsergebnis (EBIT) rĂŒckte um 10 Prozent auf 475 Millionen Franken vor und liegt damit wie angekĂŒndigt ĂŒber der Marke von 460 Millionen. Die Prognose hatte die BKW Mitte Februar angehoben, als klar wurde, dass sie im Nachgang zum Rechtsstreit mit der Netzgesellschaft Swissgrid Geld erhĂ€lt.

Der Swissgrid-Fall begĂŒnstigte das BKW-Ergebnis mit 39 Millionen Franken positiv, wie es weiter heisst. DarĂŒber hinaus hat die Gruppe von einem guten Verlauf im Stromhandel sowie höheren Strompreisen profitiert.

Der Reingewinn fiel trotzdem um 5 Prozent auf 382 Millionen Franken. Belastet haben die Turbulenzen an den FinanzmÀrkten. Den AktionÀren schlÀgt der Verwaltungsrat der BKW trotzdem je Aktie eine zum Vorjahr um 20 Rappen auf 2,40 Franken erhöhte Dividende zur Auszahlung vor.

Stark gewachsen ist das GeschĂ€ftsfeld Dienstleistungen, das Angebote zur Ingenieurplanung, GebĂ€udetechnik oder fĂŒr Energie-, Wasser- und Telekommunikationsnetze unter einem Dach vereint. Hier kletterte der Umsatz dank ZukĂ€ufen um 32 Prozent auf 1,47 Milliarden Franken. Die Dienstleistungen baut die BKW seit Jahren nebst den Sparten Energie und Netze zum dritten Standbein auf.

Vergangene Woche hatte sich die Berner Kantonsregierung gegen eine Abspaltung des DienstleistungsgeschĂ€fts vom BKW-Konzern stark gemacht, mit der BegrĂŒndung, die finanziellen und rechtlichen Risiken seien fĂŒr den Kanton als Mehrheitseigner zu gross. Diskutiert wird nun in Bern, ob der Kanton seine Beteiligung von heute gut 52 Prozent auf eine SperrminoritĂ€t von 34 Prozent senken darf und soll.

Das traditionelle EnergiegeschĂ€ft stand im Zeichen des Ende 2019 abgeschalteten Kernkraftwerks MĂŒhleberg. Die Gesamtleistung sank da um 11 Prozent auf 1,18 Milliarden Franken. Mit den Stromnetzen erzielte die BKW einen Umsatz von 528 Millionen Franken (+7%).

Im laufenden Jahr will die BKW einen EBIT im Bereich von 420 bis 440 Millionen Franken erreichen. Darin wĂŒrden sich einerseits die steigenden Strompreise und andererseits das profitable Wachstum im DienstleistungsgeschĂ€ft widerspiegeln. Auch geht die BKW von einem erneut guten Handelsergebnis aus.

Im Verwaltungsrat gibt es derweil einen Wechsel. Neu soll an der Generalversammlung vom 7. Mai Petra Denk ins Gremium gewĂ€hlt werden. Sie soll den langjĂ€hrigen PrĂ€sidenten Urs Gasche ersetzen, der seinen RĂŒcktritt bereits angekĂŒndigt hatte. Denk ist Physikerin und seit 2009 Dozentin fĂŒr Energie- und Betriebswirtschaft an der Hochschule Landshut.

(text:sda/bild:archiv)