24 September 2023

Bewaffneter Trupp in den serbischen Norden des Kosovos eingedrungen

In den fast ausschliesslich von Serben bewohnten Norden des Kosovos ist eine militĂ€risch ausgerĂŒstete Kampftruppe eingedrungen. „Es sind mindestens 30 Mann, schwer bewaffnet, uniformiert, professionelle MilitĂ€rs oder Polizisten, die im Dorf Banjska von unseren PolizeikrĂ€ften umstellt sind“, sagte der kosovarische MinisterprĂ€sident Albin Kurti am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Pristina.

Bereits in den frĂŒhen Morgenstunden hatte sich der Trupp, der vermutlich aus dem benachbarten Serbien eingedrungen war, ein Gefecht mit kosovarischen Polizisten geliefert. Dabei wurden ein Beamter getötet und ein weiterer verletzt, wie das Innenministerium in Pristina bestĂ€tigte. Die Angreifer hatten offenbar einen Hinterhalt gelegt. Die kosovarischen Polizisten gerieten unter Feuer, als sie zwei Lastwagen ohne Kennzeichen untersuchten. Diese waren auf einer BrĂŒcke abgestellt und blockierten den Zugang nach Banjska nahe der Stadt Mitrovica.

Wie Kurti weiter ausfĂŒhrte, verfĂŒge der Trupp ĂŒber Jeeps und sogar ein gepanzertes Transportfahrzeug. Bei dem Gefecht am frĂŒhen Morgen setzten die Angreifer neben Schnellfeuergewehren auch Gewehrgranaten und Handgranaten ein. Kurti bezeichnete Serbien als Verantwortlichen. Es handele sich um einen Angriff auf den Staat Kosovo. Er forderte die von den kosovarischen Polizeieinheiten eingekreisten Eindringlinge auf, sich zu stellen.

Es ist der schwerste Zwischenfall im angespannten VerhĂ€ltnis zwischen dem Kosovo und Serbien seit Jahren. Das heute fast ausschliesslich von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich 1999 mit Nato-Hilfe von Serbien abgespalten und 2008 fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt. Mehr als 100 LĂ€nder, darunter Deutschland, erkennen die UnabhĂ€ngigkeit des Kosovos an. Serbien findet sich damit nicht ab und will seine einstige Provinz wieder zurĂŒckhaben.

(text:sda/bild:unsplash)