2 Oktober 2021

Vulkaninsel La Palma Ausgangssperre aufgehoben

Knapp zwei Wochen nach dem Ausbruch eines Vulkans auf der Kanareninsel La Palma dĂŒrfen rund 3800 Bewohner von unmittelbar betroffenen Gebieten ihre HĂ€user wieder verlassen. Wegen einer Verbesserung der LuftqualitĂ€t seien mehrere in den vergangenen Tagen ĂŒber die Ortschaften Los Llanos, Tazacorte und El Paso im SĂŒden von La Palma verhĂ€ngte Ausgangssperren am Samstag aufgehoben worden, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf die zustĂ€ndigen Behörden der spanischen Insel im Atlantik vor der WestkĂŒste Afrikas.

Am Vulkan im Höhenzug Cumbre Vieja entstand derweil am Samstag ein neuer Schlot. Noch gebe es aber keine Hinweise darauf, dass dadurch Gebiete, die bisher von den Lavaströmen verschont wurden, in Gefahr seien, teilte das Vulkanologische Institut (Involcan) der Kanaren mit. Mehr als tausend GebĂ€ude wurden bisher nach amtlichen Angaben von der etwa 1000 Grad heissen Lava zerstört. Rund 6000 Bewohner mehrerer Ortschaften wurden evakuiert. „Hier sieht man viele Menschen stĂ€ndig weinen“, sagte ein Ă€lterer Mann zu RTVE.

Die FlĂ€che, die auf La Palma mit einer schwarzen, meterdicken Lavaschicht bedeckt ist, darunter auch Teile eines Friedhofs, wurde inzwischen vom europĂ€ischen ErdĂŒberwachungssystem Copernicus auf gut 367 Hektar korrigiert. Am Freitag war von 709 Hektar die Rede gewesen. Vom dunklen Ascheregen sind nach jĂŒngsten amtlichen Informationen sogar mehr als 3300 Hektar betroffen. Das entspricht ungefĂ€hr der FlĂ€che von insgesamt 4500 Fussballfeldern.

La Palma, die bei Touristen weniger bekannt ist als andere Kanareninseln wie Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote, war am Dienstag zum Katastrophengebiet erklĂ€rt worden. Die SchĂ€den belaufen sich nach SchĂ€tzungen der Regionalregierung bereits auf mehrere Hundert Millionen Euro. Schwer betroffen ist vor allem der fĂŒr die Insel immens wichtige Bananenanbau, von dem etwa die HĂ€lfte der etwa 85 000 Einwohner direkt oder indirekt lebt und der sich schon vor dem Vulkanausbruch in der Krise befand.

Beim ersten Ausbruch seit 1971 stösst der namenlose Vulkan seit dem 19. September nahezu pausenlos grosse Mengen an Gesteinsbrocken, Lava, Rauch und Asche aus. Wie lange er aktiv bleiben wird, können auch Experten nicht sagen. Es könne Wochen oder auch Monate dauern.

(text:sda/bild:unsplash)