23 Februar 2021

Bern: Ausbau vom Hauptbahnhof kommt voran

Der Ausbau des Bahnhofs Bern kommt planmĂ€ssig voran. Bald ist ein Etappenziel erzielt: Am 8. MĂ€rz gehen die Gleise 12 und 13 wieder vollstĂ€ndig in Betrieb. Sie waren teilweise gesperrt, weil die SBB die kĂŒnftige UnterfĂŒhrung unterhalb des Perrons ausgehoben und ausgebaut hat. Die neue UnterfĂŒhrung steht nun bereits auf einer LĂ€nge von 80 von insgesamt 172 Metern, wie am Dienstag an einem virtuellen HintergrundgesprĂ€ch von «Zukunft Bahnhof Bern» zu erfahren war.

Die nĂ€chste Etappe nimmt die SBB am 8. MĂ€rz im Angriff. Dann baut sie die UnterfĂŒhrung weiter Richtung SĂŒden unterhalb der Gleise 11, 10 und 9 aus. Die Gleise werden zwischenzeitlich gesperrt sein. Die SBB sperrt jeweils die HĂ€lfte des Perrons, weshalb die Reisenden weniger Platz haben werden. «Ganz ohne EinschrĂ€nkungen geht es leider nicht, wenn man unter laufendem Betrieb den zweitgrössten Bahnhof der Schweiz ausbaut», sagte Benno Nussberger. Er ist Gesamtprogrammleiter Ausbau Knoten Bern der SBB.

Die bevorstehende Bauetappe dauert rund ein Jahr. Danach folgen weitere Bauschritte Richtung SĂŒden, bis die UnterfĂŒhrung im Jahr 2025 bis an die sĂŒdliche Perronwand ausgehoben ist. Ab 2027 sollen die Reisenden durch den neuen Bahnhofzugang beim Bubenbergzentrum strömen können. Das Grossprojekt «Zukunft Bahnhof Bern» besteht aus mehreren Projektteilen der SBB, der Stadt Bern und des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS). Ziel ist, den Bahnknoten Bern auszubauen.

Der RBS plant knapp 20 Meter unterhalb der bestehenden SBB-Gleise 2 bis 7 einen neuen Bahnhof, da der heutige aus allen NĂ€hten platzt. Bereits der Bau des Zugangsstollens war in Anbetracht der engen PlatzverhĂ€ltnisse, der Geologie und der unmittelbar darĂŒber verkehrenden ZĂŒge eine hochkomplexe Aufgabe. Vor kurzem hat der RBS die eigentlichen Hauptarbeiten fĂŒr den neuen Bahnhof in Angriff genommen. Auf Kurs sind zudem die Arbeiten am neuen, rund einen Kilometer langen Zufahrtstunnel, der via Eilgut (bei der Reitschule) zum Bahnhof fĂŒhren wird. Die Arbeiten kommen pro Woche um rund zehn Meter voran und werden voraussichtlich im FrĂŒhling 2022 abgeschlossen sein.

Der Bahnhof-Umbau gibt in Bern zurzeit viel zu reden: Die Stadtberner Stimmberechtigten entscheiden am 7. MĂ€rz ĂŒber einen 112-Millionen-Kredit fĂŒr flankierende Massnahmen vor allem beim Bubenbergzentrum. Die Gegner der Vorlage befĂŒrchten unter anderem eine Verschandelung des Hirschengrabens und kritisieren die geplante FussgĂ€ngerunterfĂŒhrung. Gesamtprogrammleiter Nussberger betonte am MediengesprĂ€ch, flankierende Massnahmen der Stadt seien auf jeden Fall nötig. Sonst funktioniere das Gesamtsystem nicht. Schliesslich werde ein Grossteil der Reisenden den Zugang Bubenbergzentrum nutzen. Das Verkehrswachstum sei hier gegeben, unabhĂ€ngig von Corona. Was die Folgen einer Ablehnung der Vorlage wĂ€ren, liess Nussberger offen. Er machte aber deutlich, dass Zukunft Bahnhof Bern ein Plangenehmigungsverfahren durchlaufen habe und allfĂ€llige Änderungen die Fertigstellung um Jahre verzögern könnten.

(Text: sda/Foto: zvg)