29 Mai 2021

Belarussische OppositionsfĂŒhrerin ruft zu Protesten auf

Ein Jahr nach der Inhaftierung ihres Ehemanns hat die belarussische OppositionsfĂŒhrerin Swetlana Tichanowskaja SolidaritĂ€t mit allen politischen Gefangenen gefordert. Die 38-JĂ€hrige rief aus dem Exil in Litauen am Samstag zu weltweiten Kundgebungen auf, auch fĂŒr den Regierungskritiker Roman Protassewitsch. Der Blogger war nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs am vergangenen Sonntag in Minsk verhaftet worden. Auch in mehreren deutschen StĂ€dten waren Aktionen geplant.

Sergej Tichanowski hatte bei der PrÀsidentenwahl im vergangenen August gegen den autoritÀren Langzeitmachthaber Alexander Lukaschenko antreten wollen, wurde aber schon Ende Mai festgenommen. Ihm drohen viele Jahre GefÀngnis. An seiner Stelle kandidierte seine Frau Swetlana. Dem offiziellem Ergebnis zufolge verlor sie die weithin als gefÀlscht geltende Wahl zwar. Die Demokratiebewegung des Landes sieht sie aber als wahre Siegerin. Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als PrÀsidenten an und hat Sanktionen verhÀngt.

Die Konfrontation des belarussischen Machtapparats mit dem Westen verschÀrfte sich zuletzt durch die erzwungene Landung einer Ryanair-Maschine. Zusammen mit Protassewitsch wurde auch dessen Freundin Sofia Sapega festgenommen, eine Russin.

(text:sda/symbolbild: unsplash)