20 Juli 2021

Beatenberg: Bergsteiger will hoch hinaus

Kaspar Grossniklaus ist Schreiner. Doch sein Herz schlĂ€gt nicht nur fĂŒr Holz, sondern auch fĂŒr Felsen. Grossniklaus ist Mitglied des SAC Expeditionsteams. Dabei handelt es sich um einen dreijĂ€hrigen Lehrgang fĂŒr junge Bergsteiger*innen, der vom Schweizer Alpenclub (SAC) organisiert wird. In den drei Jahren wird man in den verschiedenen Formen des Bergsteigens, etwa Riss- oder Eisklettern, ausgebildet. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussexpedition. Diese fĂŒhrt die sechs Mitglieder des SAC Expeditionsteams im Herbst 2022 in die indische Region Kishtwar. Die Mitglieder planen und organisieren die Expedition selber, werden aber bei der Organisation der Reise vor Ort und die nötigen Bewilligungen von einer Agentur unterstĂŒtzt. Dennoch gibt es auch hier viel vorzubereiten: Material- und Geldsponsoren finden und natĂŒrlich trainieren. Auf seinen Vorbereitungstouren ist das Team oft im Berner Oberland unterwegs – etwa bei Hochgebirgstouren in der Jungfrauregion, beim Eisklettern in Saxeten oder einer Nordwand von Stechelberg aus. Eines lĂ€sst sich aber in den Berner Alpen nicht trainieren. Die Alpen sind im Vergleich zu den Bergen zwischen dem indischen Subkontinent und der Hochebene von Tibet regelrechte Zwerge. So lasse sich das Bergsteigen in den dortigen Höhen hierzulande nicht trainieren. Zwar seien die Berge in der Region Kishtwar kaum höher als 6500 Meter, dennoch brauche es Vorbereitung und dann zu Beginn der Expedition auch ein Anklimatisieren. Was man im Berner Oberland aber gut ĂŒben könne, sei Teamgeist und die körperliche Vorbereitung, erklĂ€rt Grossniklaus weiter. Dennoch, bis zum Abschluss der Expedition am Rande des Dachs der Welt ist es in vielerlei Hinsicht noch ein weiter Weg.

(text:cs/bild:unsplash)