6 MĂ€rz 2021

Baeriswyl sieht Aufbruchstimmung zwischen den WeltmÀchten

Seit dem PrÀsidentenwechsel in den USA herrscht laut der Schweizer Uno-Botschafterin, Pascale Baeriswyl, eine gewisse Aufbruchstimmung zwischen den WeltmÀchten. Die Staaten seien sich ein bisschen freundlicher gesinnt und tasteten sich ab.

Das habe im Sicherheitsrat bereits Erfolge ermöglicht, sagte Baeriswyl in einem Interview mit der „Schweiz am Wochenende“. So habe zum Beispiel eine Resolution zu Covid-19-Impfungen in Konfliktgebieten verabschiedet werden können.

Im noch jungen Jahr 2021 habe es zudem einige hoffnungsvolle Zeichen gegeben, wie etwa die Versöhnung zwischen den Golfstaaten oder den Waffenstillstand im Kaschmir-Konflikt. Das seien möglicherweise Vorwirkungen des Regierungswechsels in den USA.

Unter PrĂ€sident Biden habe es eine RĂŒckkehr der starken Partnerschaft gegeben, welche die europĂ€ischen Staaten inklusive der Schweiz mit den USA verbinde – egal, ob diese von einem Demokraten oder einem Republikaner regiert wurden.

FĂŒr die Schweiz mit ihrer globalisierten Wirtschaft, die keiner Allianz angehöre, sei ein funktionierender Multilateralismus existenziell. „Wir hoffen natĂŒrlich, von einer verstĂ€rkten Zusammenarbeit profitieren zu können“, sagte Baeriswyl.

Der Multilateralismus stecke zwar in der Krise. Die Demokratien seien im Innern zerbrechlicher und dadurch empfĂ€nglicher fĂŒr Nationalismen geworden. Die Staaten seien weniger bereit, fĂŒr globale Lösungen Kompromisse einzugehen.

Neue Technologien und soziale Netzwerke hÀtten eine Manipulation der Fakten ermöglicht. Das habe eine Vertrauenskrise ausgelöst. Weil dies ein langjÀhriger Prozess gewesen sei, werde es viel Arbeit und Zeit brauchen, das Vertrauen wieder herzustellen.

In der BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie hĂ€tten die Staaten jedoch auch schmerzlich erfahren, dass es fĂŒr globale Probleme gemeinsame Lösungen brauche. „Das gibt mir Hoffnung, dass wir in der internationalen Zusammenarbeit wieder Fortschritte erzielen“, sagte die Botschafterin.

Die Schweiz kandidiert fĂŒr einen der beiden nichtstĂ€ndigen Sitze der westlichen Staatengruppe im Uno-Sicherheitsrat in den Jahren 2023 bis 2024. Der Bundesrat setzt sich tatkrĂ€ftig fĂŒr diesen Sitz ein. Die Wahl erfolgt im Juni 2022 durch die Uno-Generalversammlung.