25 MĂ€rz 2021

Aufenthalt im All verÀndert Wein, schadet ihm aber nicht

Spitzenweine bleiben auch im All spitze: Das ist das vorlÀufige Fazit französischer Forscher, die sich mit galaktischen Grand Crus befassen. Sie untersuchen derzeit zwölf Flaschen, die auf der ISS waren.

Die edlen Tropfen aus dem angesehenen Weingut ChĂąteau Petrus bei Bordeaux sind Mitte Januar nach 14 Monaten von der Internationalen Raumstation ISS zurĂŒckgekehrt.

„Der Weltraumwein ist sensorisch sehr gut bewertet worden“, sagte Philippe Darriet nach ersten Verkostungen durch die Forscher. Darriet leitet die önologische Forschungsabteilung am Institut fĂŒr Weinwissenschaften der UniversitĂ€t Bordeaux. Bei elf der zwölf Petrus-Rotweine hĂ€tten sich nach dem Ausflug ins All aber VerĂ€nderungen ergeben – besonders bei der Farbe, bei einigen aber auch bei Duft- und Geschmacksnoten.

FĂŒr die ebenfalls beteiligte Weinexpertin Jane Anson sind die QualitĂ€tsunterschiede zwischen dem Weltraumwein und dem auf der Erde verbliebenen Vergleichswein marginal. „Beide Arten sind wirklich grossartig“, schwĂ€rmte sie. Der Weltraumwein habe aber ein etwas „blumigeres Aroma“.

Petrus-Weine sind mit die teuersten der Welt. Eine Flasche kostet in der Regel mehrere tausend Euro. Die EindrĂŒcke der Önologen sollen nun durch physiochemische Analysen bestĂ€tigt werden.

Die Rotweine gehören zu einem deutsch-französischen Forschungsprojekt, an dem auch die UniversitÀt Erlangen und die französische Raumforschungsagentur CNES beteiligt sind. Die Wissenschaftler wollen damit die WiderstandfÀhigkeit der edlen Tropfen sowie von 320 Weinranken testen, die ebenfalls eine Zeitlang der Schwerelosigkeit auf der ISS ausgesetzt waren.

Die Erkenntnisse könnten nach ihren Angaben bei der Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel hilfreich sein.

(text:sda/bild:unsplash)