11 Februar 2021

Auch Betonschl├Ąmme an SHB Blausee-Mitholz geliefert

Der Umweltskandal um den Steinbruch Blausee-Mitholz im Berner Oberland nimmt immer gr├Âssere Ausmasse an. Bei den Sanierungsarbeiten des L├Âtschberg-Scheiteltunnels wurden ordnungswidrig auch 200 Tonnen Betonschlamm in dem Steinbruch abgelagert.

Das Bahnunternehmen BLS informierte die Strafbeh├Ârden ├╝ber den Tatbestand, wie es am Donnerstag mitteilte. Die Betonschl├Ąmme h├Ątten eigentlich in spezialisierte Deponien geliefert werden m├╝ssen.

Seit Mai 2020 verlaufe die Entsorgung der anfallenden Schl├Ąmme ordnungsgem├Ąss, hiess es weiter. Zuvor hatte sie die mit der Tunnelsanierung beauftragte Baufirma Marti zwischen Juli 2019 und April 2020 im Steinbruch- und Hartschotterwerk Blausee-Mitholz deponiert. Steinbruch und Werk geh├Âren dem Vigier-Konzern.

Die BLS wurde am 28. Januar von der Firma Marti ├╝ber die Ablagerung informiert. Sie forderte daraufhin nach eigenen Angaben die l├╝ckenlose Dokumentation der Entsorgungswege des Betonschlamms. Um die unrechtm├Ąssige Ablagerung im Steinbruch- und Hartschotterwerk Blausee-Mitholz abzukl├Ąren, informierte das Bahnunternehmen neben der Berner Staatsanwaltschaft auch das Bundesamt f├╝r Verkehr.

Die Meldungen ├╝ber illegale Ablagerungen in dem Steinbruch im Kandertal reissen damit nicht ab. So lud ein Berner Transportunternehmen dort belastetes Material und nach der Waschung von Bauschutt ├╝brig gebliebenen Pressschlamm von zwei Firmen aus dem Kanton Z├╝rich ab.

Diese Stoffe m├╝ssten eigentlich in gesicherten Deponien verwahrt werden, was seinen Preis hat. Statt das Material ordnungsgem├Ąss zu deponieren, verfrachtete der Transporteur es ins Berner Oberland. Den beiden Z├╝rcher Baustoff-Firmen verrechnete der die Kosten f├╝r die legale Entsorgung.

Seit 2018 kam es bei der etwa einen Kilometer von dem Steinbruch entfernten Forellenzucht am Ausflugsziel Blausee immer wieder zu Fischsterben. Die prominenten Besitzer des Ausflugsziels mit Fischzucht um ex-Nationalbankpr├Ąsident Philipp Hildebrand, vermuteten, dass der M├╝ll daf├╝r verantwortlich sein k├Ânnte. Sie reichten vergangenen Sommer Strafanzeige ein. Die Ortschaft Mitholz geh├Ârt zur Gemeinde Kandergrund.

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