9 Juni 2021

Arbeitgeber kritisieren sture Haltung der Gewerkschaften

Die sture Haltung der Gewerkschaften bei den Verhandlungen √ľber ein Rahmenabkommen mit der EU hat Arbeitgeber-Pr√§sident Valentin Vogt ge√§rgert. Dabei h√§tten die Sozialpartner dasselbe Interesse, n√§mlich den Lohnschutz zu sichern.

Die Gewerkschaften wollten aber offensichtlich mehr und den Arbeitsmarkt weiter einschr√§nken, sagte Vogt in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen. Sie wollten das Arbeitgeber-Quorum bei Gesamtarbeitsvertr√§gen senken, einen K√ľndigungsschutz f√ľr √§ltere Arbeitnehmer und was sie sonst noch im Giftschrank h√§tten.

Die Möglichkeiten, den Gewerkschaften im Arbeitsrecht entgegen zu kommen, seien ausgeschöpft Рim Gegenteil. Als Beispiel erwähnte Vogt die Flexibilisierung der Arbeitszeit. Wer nach der Arbeit zu Hause noch seine Emails checke, könne dies wegen des völlig veralteten Arbeitsrechts nicht tun, da dies als Ruhezeit gelte.

Die Gewerkschaften h√§tten √∂ffentlich gedroht, sie w√ľrden jede √Ąnderung im Arbeitsgesetz mit dem Referendum bek√§mpfen. Das m√ľsse ein Ende haben. „Vielleicht m√ľssen wir einmal vor das Volk und fragen, ob es Sinn macht, dass man gegen das Gesetz verst√∂sst, wenn man am Abend Emails beantwortet“, sagte Vogt weiter.

Vogt √§usserte sich ferner zu den Herausforderungen der Wirtschaft nach dem Abbruch der Verhandlungen √ľber ein Rahmenabkommen mit der EU. Zusammen mit dem Wirtschaftsdachverband Economiesuisse arbeiteten die Arbeitgeber an einer wirtschaftspolitischen Agenda.

Die Schweiz verliere Jahr f√ľr Jahr deutlich an Boden in globalen Vergleichen. Die Wirtschaft m√ľsse wieder konkurrenzf√§higer werden. Angedacht sei ein ganzes Paket. Dazu geh√∂re mehr Freihandel mit Staaten ausserhalb der EU. Mit h√∂heren Drittstaaten-Kontingente solle der Mangel an Fachkr√§ften entsch√§rft werden. Dar√ľber hinaus solle ein Einheitssatz bei der Mehrwertsteuer etabliert werden.

(text:sda/bild:unsplash)