11 Juni 2021

Anstehender Ufo-Bericht in den USA heizt Faszination weltweit an

Ufos faszinieren die Menschheit seit langem. Manche glauben an die Existenz von Aliens, andere nicht. In den USA soll nun ein Bericht dazu abgeschlossen werden. Das heizt die Faszination fĂŒr das PhĂ€nomen schon im Vorfeld weiter an.

Schon zu seiner Zeit als US-PrĂ€sident war Barack Obama von Ausserirdischen und Unidentifizierten Flugobjekten (Ufos) fasziniert – und nun hat er diese Faszination unter Gleichgesinnten weltweit neu angeheizt. „Die Wahrheit ist, dass, als ich damals ins Amt kam, ich gefragt habe: ‚Gibt es ein Labor irgendwo, in dem wir Proben von Ausserirdischen und Raumfahrzeugen aufbewahren?'“. Das verriet der Demokrat, der zwischen 2009 und 2017 PrĂ€sident war, dem Moderator James Corden in dessen TV-Show. „Es wurde dann ein bisschen nachgeforscht und die Antwort ist ’nein‘.“

Doch dann sprach Obama weiter – und liess Ufo-Fans weltweit aufhorchen: „Was wahr ist, und ich meine es ernst hier, ist, dass es Bildmaterial und Aufzeichnungen ĂŒber Objekte am Himmel gibt, von denen wir nicht genau wissen, was sie sind. Wir können nicht erklĂ€ren, wie sie sich fortbewegen, ihre Flugroute. Sie hatten kein einfach erklĂ€rbares Muster.“ Darauf angesprochen witzelte Obamas ehemaliger Stellvertreter und jetziger US-PrĂ€sident Joe Biden nur: „Ich wĂŒrde ihn nochmal fragen.“

Hinter den Kulissen aber arbeiten Regierungsbeamte der „Unidentified Aerial Phenomena Task Force“ schon seit lĂ€ngerem an einem Bericht zu diesem Thema. Es handele sich um ein Papier des Verteidigungsministeriums in Zusammenarbeit mit Geheimdiensten, sagte kĂŒrzlich die Sprecherin des Weissen Hauses, Jen Psaki.

Die Arbeitsgruppe war mit dem Ziel gegrĂŒndet worden, „ungeklĂ€rte PhĂ€nomene in der Luft, die möglicherweise eine Bedrohung fĂŒr die nationale Sicherheit der USA darstellen könnten, zu entdecken, zu analysieren und zu katalogisieren“, wie es vom Verteidigungsministerium hiess. Ein Bericht der Task Force ĂŒber ihre Arbeit war gesetzlich vorgeschrieben worden.

Eine freigegebene Version des höchst geheimen Berichts soll gemĂ€ss US-Medienberichten noch im Juni dem US-Kongress vorgelegt werden. Ob sie auch fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich wird, war zunĂ€chst jedoch unklar und wurde von vielen Experten angezweifelt.

Hintergrund sind rund 120 auffĂ€llige Erscheinungen, die unter anderem Piloten der US-Marine in den vergangenen 20 Jahren beobachtet haben wollen. Die Piloten berichteten von Objekten, die ohne sichtbaren Motor oder Abgase stundenlang in der Luft blieben, manchmal bei Überschallgeschwindigkeit und in Höhen von mehr als 9000 Metern. Teils existieren Videos und Fotos, welche die Existenz dieser Objekte beweisen sollen.

Die „New York Times“ berichtete unter Berufung auf mit der Arbeit an dem Bericht vertraute Regierungsbeamte, dass das Papier zu dem Schluss komme, dass die Erscheinungen weder auf das US-MilitĂ€r noch auf staatliche US-Technologie zurĂŒckzufĂŒhren seien. Das heisse, die Regierung könne nicht definitiv ausschliessen, dass es sich bei den von den MilitĂ€rpiloten beobachteten PhĂ€nomenen um ausserirdische Raumfahrzeuge handelt. Allerdings gebe es auch keine Hinweise dafĂŒr, dass tatsĂ€chlich Ausserirdische beobachtet wurden.

Genaue ErklĂ€rungen fĂŒr die Erscheinungen liefert der Bericht demnach nicht. Manche Experten sorgen sich, dass es sich um militĂ€rische Experimente etwa von China oder Russland mit Überschall-Technologie handeln könnte.

Ex-PrĂ€sident Obama, der mit seinen Äusserungen den Hype anfachte, wĂŒrde sich von einer möglichen nachweislichen Entdeckung von ausserirdischem Leben nicht beirren lassen, wie er dem Moderator Ezra Klein in dessen „New York Times“-Podcast sagte.

„Es wĂŒrde meine politischen Ansichten ĂŒberhaupt nicht verĂ€ndern. Denn die sind komplett auf der Tatsache basierend, dass wir winzige Organismen auf einem kleinen Flecken in der Mitte des Weltraums sind. (…) Wir geben das Beste. Und das Beste, was wir machen können, ist uns gegenseitig besser zu behandeln, denn wir sind alles, was wir haben. Und ich wĂŒrde hoffen, dass das Wissen, dass es Ausserirdische gĂ€be, die Auffassung der Menschen stĂ€rken wĂŒrde, dass das, was wir alle gemeinsam haben, ein bisschen wichtiger ist.“

(text:sda/bild:unsplash)