17 April 2021

Ackermann: „Lockerungen sind riskant“

Beim Öffnungsentscheid des Bundesrates vom vergangenen Mittwoch hĂ€tten andere Stimmen mehr Gewicht gehabt. Das Vertrauen in die wissenschaftliche Taskforce habe die Landesregierung aber nicht verloren, schĂ€tzt deren PrĂ€sident Martin Ackermann.

Viele der letztlich politischen Entscheidungen in diesem Jahr hĂ€tten auf wissenschaftlichen EinschĂ€tzungen basiert, sagte Ackermann am Samstagabend in der Sendung „Echo der Zeit“ von Schweizer Radio SRF. Dass der Bundesrat zum Beispiel im MĂ€rz lĂ€nger zugewartet habe mit den Lockerungen habe ein klare wissenschaftliche Basis gehabt.

Letzte Woche sei dies anders gewesen: „Beim Entscheid am Mittwoch hatten andere Stimmen mehr Gewicht.“ Die Taskforce sei vorgĂ€ngig nicht einmal ĂŒber diese Öffnungsszenarien informiert worden und sie habe sich vorgĂ€ngig auch nicht dazu Ă€ussern können.

Von einem gestörten VerhĂ€ltnis und fehlendem Vertrauen wollte Ackermann trotzdem nicht reden. Es gebe sicher Reibungen und Spannungen in einer so grossen Krise. Er gehe aber davon aus, dass die Perspektive der Taskforce vom Bundesrat weiterhin berĂŒcksichtigt werde bei seinen Entscheiden. Insgesamt seien Politik und Wissenschaft einander nĂ€her gerĂŒckt und wĂŒrden einen intensiveren Austausch pflegen als frĂŒher.

Angesprochen auf einen neuerlichen Austritt eines Mitglieds aus der Taskforce verneinte Ackermann, dass er und das Gremium sich zu stark in ein politisches Korsett gesperrt fĂŒhlen. „Unsere Rolle ist die Beratung, und da können wir uns frei Ă€ussern.“

(text:sda/bild:unsplash)