25 Oktober 2021

Abwasser darf ins Meer: Wut und Zorn in Grossbritannien

Wenige Tage vor der Klimakonferenz COP26 in Glasgow kocht in Grossbritannien eine Umweltdebatte hoch. Anlass ist die Weigerung des britischen Parlaments, die ungefilterte Ableitung von Abwasser in Meer und Fl├╝sse zu verbieten.

In sozialen Medien sowie Schreiben an ihre Abgeordneten h├Ątten viele Menschen mit Wut und Zorn reagiert, berichtete die Zeitung „Daily Mail“ am Montag. Zuvor hatte die Regierung erlaubt, dass Kl├Ąranlagen nicht vollst├Ąndig behandeltes Abwasser entsorgen d├╝rfen. Denn die notwendigen Chemikalien sind wegen des eklatanten Lastwagenfahrermangels nicht zu bekommen. Eine Regierungsquelle wies die Vorw├╝rfe zur├╝ck.

Nur 22 Parlamentarier der regierenden Konservativen Partei von Premierminister Boris Johnson hatten f├╝r eine ├änderung des Umweltgesetzes gestimmt, die Wasserunternehmen gesetzlich dazu verpflichtet h├Ątte, kein Abwasser in Fl├╝sse zu pumpen. Die „Mail“ verwies darauf, dass Umweltminister George Eustice die Abgeordneten um Ablehnung gebeten habe – „nur Tage, bevor Boris Johnson die Staats- und Regierungschefs der Welt zum COP26-Klimagipfel in Glasgow empf├Ąngt“. Das Thema ist aber noch nicht vom Tisch: Das Oberhaus des britischen Parlaments will eine neue Abstimmung im Unterhaus erzwingen.

Vergangenes Jahr wurde landesweit mehr als 400 000 Mal ungefiltertes Abwasser in Gew├Ąsser geleitet. Aktivisten zufolge wird deswegen in mehreren Gebieten vor allem im S├╝dosten Grossbritanniens vom Baden abgeraten. Nur 14 Prozent der britischen Fl├╝sse wird derzeit ein ├Âkologisch gesunder Status bescheinigt.

In Glasgow diskutieren vom kommenden Sonntag (31. Oktober) an etwa 200 Staaten ├╝ber die Einhaltung der Klimaziele von Paris.

(text:sda/bild:unsplash)