25 Juni 2022

Abtreibung nach Urteil bereits in einigen US-Bundesstaaten verboten

Nach der historischen Entscheidung des Obersten Gerichtshofs sind in etlichen US-Bundesstaaten bereits weitgehende Abtreibungsverbote in Kraft getreten.

In Staaten wie Arkansas, Kentucky oder Louisiana sind Abtreibungen nun nicht mehr erlaubt – auch nicht bei Vergewaltigungen oder F├Ąllen von Inzest. Ausnahmen gibt es in der Regel nur f├╝r medizinische Notf├Ąlle. Eine Reihe liberaler Staaten hat hingegen am Freitag angek├╝ndigt, das Recht auf Abtreibungen weiter sch├╝tzen zu wollen. US-Pr├Ąsident Joe Biden k├╝ndigte Massnahmen an, um die Rechte der Frauen zu sch├╝tzen. Er steht der Entscheidung aber relativ machtlos gegen├╝ber.

In mehreren Grossst├Ądten der USA protestierten am Freitag Tausende Menschen spontan gegen das Urteil, darunter in der Hauptstadt Washington, in New York, Austin, Denver und Philadelphia. In New York demonstrierten allein im Washington Square Park in Manhattan mindestens 1000 Menschen f├╝r das Recht auf Abtreibung. Demonstranten hielten am Freitagabend (Ortszeit) Schilder mit Aufschriften wie „Mein Vergewaltiger hat mehr Rechte als ich“ in die H├Âhe und skandierten Slogans wie etwa „Abtreibung ist ein Menschenrecht“.

Der Supreme Court hatte am Freitag das liberale Abtreibungsrecht des Landes gekippt. Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court machte damit den Weg f├╝r strengere Abtreibungsgesetze frei – bis hin zu kompletten Verboten. Einige Staaten haben bereits Gesetze vorbereitet, die in Kraft treten k├Ânnen, wenn die bisherige Rechtssprechung kippt – sogenannte Trigger Laws. In einigen Bundesstaaten treten sie sofort in Kraft, in anderen dauert es etwa einen Monat. In manchen Staaten braucht es eine formale Best├Ątigung des Generalstaatsanwalts oder Gouverneurs.

(text:sda/bild:unsplash)