22 Februar 2021

133 Bernerinnen und Berner schieden letztes Jahr mit Exit-Hilfe aus dem Leben

913 Menschen sind 2020 mit Hilfe von Exit in der Deutschschweiz und im Tessin aus dem Leben geschieden. Neu stiessen ĂŒber 11’000 neue Mitglieder zu der als Verein organisierten Sterbehilfeorganisation. Damit hĂ€lt das Mitgliederwachstum seit zwölf Jahren an.

Die Option der Freitodbegleitung bleibe ein starkes BedĂŒrfnis in der Schweizer Bevölkerung, liess die Organisation Exit Deutsche Schweiz am Freitag verlauten. Sie zĂ€hlte Ende 2020 gut 135’000 Mitglieder. 2021 kamen bis Mitte Februar rund 1700 Beitritte hinzu.

Exit erhielt im vergangenen Jahr rund 3600 Anfragen fĂŒr eine Freitodbegleitung. AbklĂ€rungen wurden bei 1185 Mitgliedern vorgenommen, 33 weniger als 2019 und 22 mehr 2018. 913 Kranke gingen mit Hilfe von Exit in den Tod. Das waren 51 Personen oder sechs Prozent mehr als 2019.

Die meisten Sterbenden litten an einem Krebsleiden. 333 Krebskranke liessen sich von Exit in den Tod begleiten. Das ist ein Anteil von 36 Prozent. Bei 227 Begleiteten lautete die Diagnose auf vielfÀltige AltersmorbiditÀt. Sie machten einen Anteil von 25 Prozent aus.

85 Menschen wĂ€hlten wegen chronischer Schmerzen den Freitod und 34 wegen Herzkrankheiten. Am meisten Patientinnen und Patienten (312) griffen im Kanton ZĂŒrich auf die Hilfe von Exit zurĂŒck, gefolgt von den Kantonen Bern (133), Aargau (86), St. Gallen (53), Basel-Land (44), Luzern (43) sowie Thurgau (37).

Die Menschen, die aus dem Leben schieden, waren im Durchschnitt 78,7 Jahre alt. Im Vorjahr hatte das Durchschnittsalter 78,2 Jahre betragen. Die MĂ€nner waren mit 77,4 Jahren gleich alt wie im Vorjahr. Bei Frauen stieg das durchschnittliche Freitodalter um sieben Monate auf 79,6 Jahre. Die Geschlechterverteilung blieb mit 59 Prozent Frauen und 41 Prozent MĂ€nnern gleich.

Nach Exit-Angaben liegen die Zahlen im Trend der Vorjahre. Freitodbegleitungen bleiben damit selten. Insgesamt gehen in pandemiefreien Jahren jeweils 1,5 Prozent der rund 67’000 TodesfĂ€lle in der Schweiz auf begleiteten Freitod zurĂŒck.

Der Verein Exit wurde 1982 gegrĂŒndet. Er berĂ€t Mitglieder und Nicht-Mitglieder. Mitglieder können nach einer Freitodbegleitung fragen. Diese findet nach AbklĂ€rungen, Arztbesuchen und der Feststellung der UrteilsfĂ€higkeit zuhause bei den Sterbewilligen statt.

Dabei kommt das rezeptpflichtige Medikament Natrium-Pentobarbital zum Einsatz. Dieses ermöglicht ein wĂŒrdevolles Sterben mit sanftem Einschlafen. Mit der Stiftung Palliacura fördert Exit auch Palliativpflege und Palliativmedizin fĂŒr den letzten Lebensabschnitt.

(SDA)